Die Entstehungsgeschichte:

Der Tibet-Terrier kommt aus den Bergen und dem Hochplateau
von Tibet, aus einem Land, das oft das Dach der Welt genannt
wird. 3.500 bis 5.000 m hoch sind diese Regionen gelegen, und
das dort herrschende Klima ist äußerst extrem. Eisige lange Winter
und kurze heiße Sommer wechseln sich ab, und Mensch und Tier
sind geprägt durch diese harten Lebensbedingungen.

Alle tibetischen Hunde sind deshalb robust und wiederstandsfähig.
Fast allen Rassen ist ein dichtes, üppiges Haarkleid zum Schutz
gegen die Witterungseinflüsse angeboren.

Das früher von der Außenwelt weitgehend abgeschnittene,
geheimnisumwitterte Land haben nur wenige westliche
Besucher betreten, und dem zufolge sind auch nur ganz
vereinzelte Hunde aus Tibet in den westlichen Ländern
aufgetaucht. Erst nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts
sind vermehrt Hunde der verschiedenen tibetischen Rassen
nach Europa und Nordamerika gelangt und haben hier die
Grundlage für die heutige bestehenden Zuchten gebildet.


Frau Dr. Greig mit zwei ihrer Tibet-Terrier, Dez. 1927

Die englische Ärztin Frau Dr. Agnes Greig erhielt aufgrund ihrer
außerordentlichen ärztlichen Leistung ihren ersten Tibet-Terrier
als Geschenk von wohlhabenen Tibertern. Sie entschied sich
für eine weiß-gold farbene Hündin namens "Bunti", die wohl als
eine der Stammmütter aller heute existierenden Tibet-Terrier
zu betrachten ist.



"Bunti"


Ein paar Jahre später bekam sie als weiteres
Geschenk einen Rüden. Der erste Wurf fiel 1924 in Indien, später kamen
von einem lamaistischem Würdenträger einige Junghunde
hinzu. Anfang der 30er Jahre wurde die tibetische Rasse
in Europa anerkannt.
Unter dem Zwingernamen "of Ladkok", unter welchem die Mutter
von Frau Dr. Greig züchtete, und unter dem Zwingernamen "of Lamleh" unter
welchem Frau Greig selbst züchtete, wurden die greigschen
Tibet-Terrier weltbekannt und dominierten auf vielen Ausstellungen.

Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges kam der erste Tibet-Terrier
nach Deutschland. Frau Bruns aus Belin erhielt aus der Basiszucht
"of Ladkok" zwei gedeckte Hündinnen und züchtete unter dem
Zwinger "vom Tiergartenbrück", der den Grundstein zu unserer
deutschen Zucht bildete
. Frau Bruns und ihre Hunde kamen mit dem Einzug der russischen Armee in Berlin auf tragische Weise ums Leben.
Frau Dr. Mary Täuber, die eine Hündin "vom Tiergartenbrück" besaß verpaarte sie mit einem Rüden eines sowjetischen Besatzungsoffiziers. Aus dieser Verbindung entstand "Dschowo vom Potala" der im Jahr 1956 Weltsieger wurde.

Später wurden hauptsächlich Tibet-Terrier aus englischer und amerikanischer
sowie nordischer Zucht importiert, die auf den Ursprung des Zwingers
"of Ladkok" und "of Lamleh" zurückgehen.

Der Tibet-Terrier ist eine sehr alte Rasse und soll schon vor fast
2.000 Jahren in den Klöstern Tibets gezüchtet worden sein.
Sein Ursprung soll der Sage nach im „verlorenen Tal“ liegen,
dessen unwegsamer, gefährlicher Zugang im 14. Jahrhundert
bei einem Erdbeben verschüttet wurde. Der Karawanenweg
zum „verlorenen Tal“ war so unwegsam und voller Gefahren,
daß der Tibet-Terrier den Reisenden als beschützende Glücks-
bringer mitgegeben wurden, um den Rückweg in die Außen-
welt zu erleichtern. Doch ist wohl der Tibet-Terrier über das
ganze Land verbreitet als Haus- und Wachhund gehalten
worden.

Der Name „Tibet-Terrier“ ist irreführend und eine willkürliche
Bezeichnung! Angeblich stammt sie von christlichen Mönchen,
die den mittelgroßen Tibet-Hund den Terriern zuordneten.



Beschreibung des Tibet-Terrier:

Der Tibet-Terrier ist ein 34 bis 40 cm großer Gesellschaftshund,
wachsam, munter und lebhaft. Er ist ein lustiger Begleiter und
ein liebevoller Familienhund. Fremden gegenüber ist er eher
abweisend und ein forscher Angreifer - falls es darauf ankommt!

Durch sein doppelschichtiges, üppiges Haarkleid mit dem
lustigen Fall des Kopfhaares über die Augen und seine dicken,
behaarten Pfoten hat er ein besonders ansprechendes
Aussehen. Es gibt ihn in vielen Farben, wie schwarz,
gold und weiß, weiß mit schwarzen Abzeichen, außer
schokoladenbraun sind alle Farben erlaubt.

Wer einen unkomplizierten, klugen und besonders schönen
Familienhund sucht, der robust und von mittlerer Größe ist ,
hat mit dem Tibet Terrier genau die richtige Wahl getroffen
und zählt bald auch zu den begeisterten „Tibbi-Fans“.